
Frau:
Laufen lernen und Verstehen ihres Lebens
Eine 40-jährige Frau, verstorben nach langer Erkrankung, beschreibt ihr Erleben.
„Was machst du im Jenseits?“
Ich bin im Regenerationszentrum. Ich habe hier mein eigenes Zimmer. Es ist sehr schön. Ich lerne wieder zu laufen. Das konnte ich im Leben über Jahre nicht mehr.
Ich nehme ein helles Zimmer mit freundlicher Atmosphäre wahr. Zunächst liegt sie im Bett, im nächsten Moment sehe ich sie langsam durch das Zimmer laufen.
Ich bin froh, dass ich nun die Möglichkeit dazu habe. Ich werde hier von vielen liebevollen Seelen begleitet.
„Wie begleiten sie dich?“
Sie vermitteln mir das Gefühl, dass alles sehr leicht ist. Im Leben habe ich vieles als schwer empfunden. Sie nehmen mich an den Händen, und dann kann ich leicht gehen. Ich führe viele Gespräche und schaue mir die schwierigen Situationen aus meinem Leben an.
Mir wird ein Bild gezeigt, in dem sie mit einem freundlichen Mann in ihrem Zimmer spricht. Er nickt verständnisvoll, sodass der Eindruck entsteht, dass er aufmerksam zuhört.
Ich bekomme ein Verständnis dafür, warum es mir so schlecht ging und wie ich mich in meinem Umfeld gefühlt habe. Ich verstehe, warum ich mir dieses Leben ausgesucht habe. Ich wollte lernen, von anderen abhängig zu sein, um Dankbarkeit zu entwickeln. Dankbarkeit war meine Aufgabe. Ich bin gerade dabei, das zu verstehen. Sie sagen, wenn ich mein irdisches Leben verarbeitet habe, kann ich hier einen Schritt weitergehen. Ich kann offen und ohne Wertung über mein Leben und meine Gefühle sprechen. Dabei erkenne ich auch, dass ich Menschen vernachlässigt habe. Ich war sehr stark mit meiner Krankheit verbunden und habe dadurch andere verletzt.
Ich vergebe mir. Ich konnte damals nicht anders damit umgehen. Je mehr wir die Situationen in meinem Leben betrachten und darüber sprechen, desto leichter wird es mir. Ich habe hier eine Bezugsperson, die alles über mich weiß. Sie ist eine so liebevolle Seele, und die Gespräche mit ihr helfen mir sehr. Ich fühle mich hier zunehmend leichter.
Es ist spürbar, dass es ihr besser geht und sie fröhlicher ist.
„Hast du schon etwas anderes gesehen?“
Nein, ich wurde freundlich empfangen, auch von meiner Mutter, und bin dann hierher gekommen.
„Möchtest du noch etwas mitteilen?“
Ich habe das Wissen, dass es hier für mich wunderbar sein wird.
Im Moment verarbeite ich mein Leben. Danach wird es für mich weitergehen.